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Bauprojekt MY Berlin im Nordkiez von Friedrichshain

Das Bauprojekt MY Berlin hat die alten Gebäude – außer dem Kamin – abgerissen. Hier in guter Lage entstehen wieder neue Eigentumswohnungen.

Durch die Position des Bauprojekts zwischen Volkspark Friedrichshain und der Kirche, entlang der Pufendorfstraße in Friedrichshain, handelt es dabei in der Tat ein Filetstückchen mit einem hohen Grünanteil. Allerdings hat man bis jetzt auch schon einiges an Bäumen entfernt. Das geplante Projekt, im nördlichen Teil,  trägt den Namen “MY Berlin” und bietet Eigentumswohnungen im mittleren Preissegment. Das südliche Quartier heißt “Friedrichshain Höfe”. Die Friedrichshain Höfe sollen auf rund 17.500 Quadratmetern insgesamt 400 Miet- und Eigentumswohnungen beinhalten.

Schornstein Boemisches Brauhaus Friedrichshain

MY Berlin umfasst fünf Stadthäuser, oder wie man auf neudeutsch sagt: Townhouses. Die Bauleitung hat die Kondor Wessels Wohnen Berlin GmbH inne. Die Eigentumswohnungen haben zwei bis vier oder mehr Zimmer und sollen im Stil von Terrassen- bis zum Penthouse-Wohnungen zu haben sein. Der Innenhof der Anlage soll grün bleiben. Preislich liegt man mit ca. 2.700 Euro pro Quadratmeter leicht unter dem Durchschnitt in Friedrichshain. Die Heizung soll Fernwärme sein und die Häuser erhalten einen Energiewert von 70.

In Friedrichshain sind Wohnungen knapp, weswegen unter anderem die Mietpreise steigen. Mehr Mietwohnungen würden das Problem besser lösen, als Eigentumswohnungen. Diese werden oftmals als Anlagemöglichkeit gekauft und werden dann nur selten bewohnt. Da die Immobilienpreise steigen, so die Annahme, steigt der Wert der Anlage. Bei Mietwohnungen muss man Mietende haben, sonst gibt es keinen Gewinn. Tatsächlich gehen einige Expertisen davon aus, dass wir aber die maximale Preisausdehnung erreicht haben.

Das Gelände befindet sich an der Pufendorfstraße neben der Kirche (ohne Spitzdach) und ist derzeit eine riesige Brache. Nur der Schornstein steht noch und wirkt in seiner bloßen Existenz als Hingucker. Das Gelände ist im nördlichen Teil fast gänzlich von Gemauertem befreit und große Berge an Schutt erheben sich.

Im südlichen Teil stehen noch die erhaltenen Gebäude, die “Ruinen” im Backstein-Stil. Die Fenster sind entfernt und im Inneren wird entkernt. Schweres Gerät schafft die Berge aus Schutt weg.

Ab dem Jahr 1868 stand hier eine Brauerei, das sogenannte Böhmische Brauhaus – offiziell die Berliner Weingroßkellerei GmbH. Der vordere Teil zur Friedensstraße wurde vor Jahren teilweise renoviert und beherbergt unter anderem das Fitness-Studio Satoria Vital. Der Schornstein wird wohl aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten.

Wo befindet sich MY Berlin?

  • Pufendorfstraße
  • 10249 Berlin-Friedrichshain
  • GPS des Schornstein: 52.522420, 13.438497

3 Gedanken zu „Bauprojekt MY Berlin im Nordkiez von Friedrichshain

  • Wir sind Mieter von der WBM und sind von der Verdichtung betroffen. In unserem Wohngebiet in der Krautstraße soll vor der Hausnummer 5 und 9 ein Hochhaus (10 Geschosse) gebaut werden. Baugrunduntersuchungen haben schon stattgefunden. Dafür soll eine kleine Grünanlage mit vielen Baümen vernichtet werden. Auf Druck der Mieter hat eine Versammlung (Information) in einem viel zu kleinen Raum stattgefunden.
    Die WBM hat aber viele Wohnungen als Ferienwohnungen am Alex. Warum werden das nicht wieder Wohnungen?
    Warum werden nicht alle Ferienwohnungen wieder Wohnungen in allen Bezirken?
    Unsere Wohnungen werden zu modernen Hinterhofwohnungen, mit Verschattung!

    Antwort
  • Der Schornstein wurde vor dem 20.Mai 2015 abgerissen. Das ganze Gelände wird derzeit eingeebnet, dabei werden die Schuttberge immer höher und die Einsicht schlechter. Trotzdem kann man erkennen, das mittlerweile auch die Keller/ Katakomben, welche normalerweise unter der Erdoberfläche liegen ( Hier eine Besonderheit: Die Gewölbe liegen über der Erdoberfläche und wurden dann mit Erde abgedeckt, so dass das Bier kühl lagerte und die Brauerei sich auf einem Berg erhob.) fast abgerissen sind.
    Schade um dieses Stück Industriegeschichte, denn ursprünglich waren kleine Firmen und Gewerbetreibende dort geplant. Neubau ist einfacher, lukrativer und aufgrund eines fehlenden Bebauungsplans (siehe auch SEZ) möglich.
    Der Investor möchte am liebsten auch das Gelände vom Steinmetz (Friedensstr./ Ecke Pufendorfstrasse). Der Bezirk will auf der Freifläche, wo die Rollheimer bis zum Frühling 2015 wohnten, Sozialwohnungen(?) errichten.

    Bausenator Geisel und die WBM wollen am liebsten zurück in die Kaiserzeit mit Ihren Hinterhöfen, oder noch schlimmer.
    Gerade in den Innenbezirken wird nachverdichtet was der Boden hergibt und sogar innerhalb der bekannten Karrees der DDR-Plattenbauten soll gebaut werden.Egal wieviele Menschen pro Quadratmeter hier schon wohnen. Hier waren/ sind immer Spielplätze gebaut worden, um das Wohnumfeld attraktiv zu gestalten. Beispiel Karl-Marx-Allee Karree, da wo ganz früher der Sportpalast stand. In der Mitte befindet sich ein schöner und stark fequentierter Spielpaltz mit großer Wiese. Nach dem Willen und den Plänen der WBM ist das alles 2016 verschwunden, denn dann will man dort bauen.
    Dem Masterplan für Friedrichshain nach zu urteilen hat man geschaut, wo ist Freifläche und gehört das Grundstück Berlin. Bauen will man dann nach §34.
    Das geht vorallem im Ostteil der Stadt, denn hier existiert auch 25 Jahre später kein Bebauungsplan. Siehe auch das Problem beim SEZ.

    Übrigens ist Friedrichshain auch einer der Bezirke mit der höchsten Feinstaubbelastung (klar bei dem den Baufahrzeugen ….).

    Es gäbe hier noch viel zu schreiben (Fragen willkommen), nur soviel, wenn die Pläne des Senats, der WBM und privater Investoren allein für Friedrichshain wahr werden, glaube ich kaum, dass der Bezirk noch so lebenswert ist. Auch Berlin wird von seinen glaube ich 60% Grünfläche nicht mehr viel im Innenstadtbereich haben, während am “Stadtrand” ganze Wohnsiedlungen leerstehen oder auch abgerissen wurden. Auf die Idee dort neu zu bauen kommt wohl keiner, weil man im Zentrum mehr Geld für den Quadratmeter verlangen kann und will.

    Und noch was: Es gibt Prämien, 500 Euro je Wohnung, je schneller desto besser.
    Wohl auch ein Grund, weshalb die Bürger aussen vor gelassen werden bei diesen Projekten.

    Antwort

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