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Innensenator, Görlitzer Park & Drogenpolitik

Ich befürchte ja, dass sich Henkel als Bürgermeister bei der nächsten Wahl bewerben will und nun für Furore sorgt. Der Görli sieht jedenfalls furchtbar aus…

Im Görlitzer Park hat Frank Henkel für „Ruhe und Ordnung“ gesorgt und so sieht es auch aus: Die Büsche wurden dermaßen krass zurückgeschnitten, dass der Görli aussieht, als wären es die Überreste eines beendeten Grünexperiments, das man beseitigen musste. Das ganze Areal verschandelt. Soll so ganz Friedrichshain-Kreuzberg aussehen?

Görlitzer Park kahl

Frank Henkel aus der CDU und seines Zeichens Hardliner in der konservativen Partei hat Razzien durchführen lassen, am RAW Gelände und im Görlitzer Park, ich hatte mich ja schon mal drüber aufgeregt. Man will die Dealer loswerden, also Razzia jeden Tag. Das kostet einen Haufen Geld und bringt langfristig, nachweislich gar nichts… Denn seit dem Verbot von Cannabis ist der Konsum gestiegen, die Erfolge bei der Drogenpolitik gleich Null und es kostet einen Haufen Geld.

Aber es geht noch weiter in dem Theaterstück: Frank Henkel und das Probleme lösen durch Mittelalter-Methoden. Denn da die Razzien nur kurzfristig Erfolge (wenn überhaupt) erzielen, will der Innensenator nun die Drogenpolitik verschärfen und die nicht strafbare Mindestmenge reduzieren. Derzeit sind es 15 Gramm an Cannabisprodukten, die man bei sich haben darf. Wenn es nach Henkel geht, wird das bald viel weniger sein. Und das soll sogar nur für bestimmte Gebiete gelten.

Was soll der Terz, den m.E. eine Boulevard-Zeitung aufs Tapet gebracht hat. Ist das wieder so ne Ablenkungskampagne? Oder wirklich nur die ersten Anzeichen für den Wunsch des Herrn Henkel Bürgermeister zu werden, sich zu profilieren und auf rechte Stimmen hoffen? Mr. Law & Order? Und das in Berlin???

Die Leute, die das verkaufen, verschwinden doch nicht einfach und nebenbei gesagt, gibt es genug Parks in Berlin, wo man auch jetzt schon etwas bekommen kann. Wer das will, schafft das auch. Wo Kaufende, da ein Markt.

Der armen Polizei will der Henkel jetzt noch mehr Stunden aufbrummen, um sinnlose Aktionen durchzuführen – das ist m.E. kontraproduktiv. Henkel sorgt sich um die Frustration der Beamten, weswegen er deren Erfolgsgefühl mit Reduktion der Grammanzahl steigern will. Doch man sollte sich mal die Forschung und die Geschichte dazu anschauen, es hat noch nie funktioniert und ich wage die Prognose, es wird nicht funktionieren! Was würde wohl passieren würde man Alkohol verbieten? Dann ständen die Bierhändler im Park…

Würde man das Legalisieren, hätte man ein neues Produkt auf dem Markt, die Wirtschaft wächst und mit ihr die Steuern, die man darauf auch noch erheben kann. Ach stimmt ja, brauchen wir ja nicht – Berlin ist doch reich.

Die Polizei spart sich die sinnlose Aufgabe und kann sich wichtigen Dingen widmen. Auf Steuergelder finanziert sich der Innensenator, so meine Sicht, einen vorgeschobenen Wahlkampf.

4 Responses to Innensenator, Görlitzer Park & Drogenpolitik

  1. admin 9. Dezember 2014 at 09:58 #

    Ich weiß nicht ob Alkohol soviel schlimmer ist, als Koks?!

  2. Thorsten 9. Dezember 2014 at 09:10 #

    Das sehe ich ganz anders. Du hast es doch super beschrieben, die Dealer verschwinden nicht einfach sondern suchen sich andere Nischen.
    Sprich was würde passieren wenn Du Cannabis legalisierst? Die Dealer werden sich nicht denken „… mist dann kann ich jetzt zusammenpacken …“, sondern sie werden sich die nächste Nische suchen. Dann wirst Du halt angequatscht ob Du Koks kaufen möchtest. Die Dealer dealen ja nicht weil sie Cannabis total geil finden, sondern im Grunde weil sie keiner legalen Arbeit nachgehen wollen bzw. können.

    Auch auf den Konsum wird es sich auswirken. Auch da hast Du es gut beschrieben ein Verbot bringt nichts sondern bewirkt nur, dass es erst recht gemacht wird. Sprich wenn Du Cannabis legalisierst wird der Reiz daran verloren gehen und die Leute werden sich der nächsten Droge zuwenden die „verboten“ ist.

    Auch auf die Politik bezogen würde es dann heißten legalisiert Koks schließlich nehmen es ja so viele und man kann damit Steuern einnehmen. Irgendwo muss halt die Grenze gezogen werden und das so niedrig wie möglich wenn es um Drogen geht. Ansonsten ist es eine Spirale in die falsche Richtung wie in fast allen Dingen.

    Zumindest ist das meine Meinung.

    VG Thorsten

  3. admin 8. Dezember 2014 at 11:42 #

    Das Gros wird Cannabis sein. Drogen gab es schon immer und wird es immer geben, ich weiß nicht wie sinnvoll das Verbot ist. Bei Cannabis jedenfalls ist es nicht sinnvoll… nach meiner Meinung. Und damit würde viel wegfallen… und aus 22 würden vielleicht noch 3 werden? keine ahnung, aber es würde stark zurückgehen, denke ich

  4. Stephan 8. Dezember 2014 at 10:04 #

    Deine Vorschläge in allen Ehren, aber so einfach wird das nicht funktionieren!
    Die Dealer in der Revaler Str. verticken ja nicht nur Cannabis, sondern auch allen anderen Scheiß,
    willst Du das auch alles legalisieren?
    Neulich glaube ich mich zu erinnern, schriebst Du, das du findest das alles ein wenig überspitzt dargestellt wird!?
    Vor zwei Wochen musste ich abends die Revaler lang und wurde ungelogen 22x angesprochen ob ich was brauche……

    Gruß Stephan

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