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Predac & Lebensrisiko deren Wohnungen

Die Predac Hausverwaltung empfinde ich als besonders zynisch: Für sie gehört Baulärm in deren Wohnungen zum Lebensrisiko der zur Miete Wohnenden…

Derzeit wird ja wie wild modernisiert – das bringt zwar keine wirkliche Energieersparnis, aber die Wohnung ist dann mehr wert und man kann mehr Miete verlangen. Dieser geldgeilen Logik folgt man in der gesamten Immobilienbranche und auch bei mir im Haus wurde renoviert.

eingang gemak karl-marx-allee berlin friedrichshain © friedrichshainblog.de

Jeden Tag ab kurz nach sieben Uhr morgens wurde gehämmert, gebohrt, geschliffen oder sonst wie Lärm gemacht. Das ging dann auch über den ganzen Tag, bis die Handwerkenden schließlich Feierabend gemacht haben. Da die Wohnung direkt unter mir war, war die Wohnqualität extrem eingeschränkt und es lag also ein Mangel vor.

Nach deutschem Recht darf man bei einem Mangel die Miete mindern. Das ist ein Recht und kein Privileg! Dieses Mietrecht bedarf keiner Erlaubnis der Hausverwaltung. In Rücksprache mit der Mietervereinigung, so der dortige Anwalt, ist es legitim, bei diesem Mangel 20 Prozent der Bruttomiete zu mindern. Da zwei Wochen Lärm bestanden habe ich also um 10 Prozent gemindert und dies schriftlich angekündigt. Doch was ich dann als „Antwort“ bekam, empfinde ich schon als sehr zynisch und öffnet den Blick auf deren wirkliche Motivation, wie ich finde.

Zunächst wurde mein „Antrag“ abgelehnt, eine interessanter Blick auf meine Rechte. Sie verwiesen darauf, dass keine Kernsanierung vorgenommen würde, sondern „Elektroarbeiten (Wie erneuert man Leitungen in der Wand ohne die Wand mit Lärm zu öffnen), Erneuerung von Fußbodenbelegen (ohne Kommentar) und malermäßige (sic!) Instandsetzung (ja, den Geruch habe ich jeden Tag in der Nase, wenn ich das Fenster aufmache). Lärm ist Lärm, wodurch verursacht ist ja erst mal nebensächlich.

Aber dann kam der beste Satz dieses Schreibens von der Hausverwaltung Predac: „Wir bedauern selbstverständlich, dass Sie sich durch die Arbeiten belästigt fühlen, müssen Ihnen jedoch leider mitteilen, dass solche Beeinträchtigungen regelmäßig ortsüblich sind und zum allgemeinen Lebensrisiko gehören.“

Ja, es ist ein Lebensrisiko im Allgemeinen, in einer Predac Wohnung zu wohnen. Es klärt aber auch, welche Perspektive die Hausverwaltung auf ihre Kunden hat. Ich habe das Gefühl, ich soll nur meine Miete zahlen und bloß nicht aufmucken. Mit einem solchen Spruch, erhöht man bestimmt nicht das Vertrauen, das ist wohl auch nicht gewollt. Übrigens ist es wohl etwas anderes, wenn man wegen Baulärm auf der Straße mindern will.

Überall im Haus wird jetzt beim Auszug renoviert, wie der Hausmeister mir zu trug. Das wird wohl auch der Grund sein, für die Aussage und das verhalten: Man will die Leute loswerden, damit man Renovieren und natürlich auch mehr Miete verlangen kann. Die Geldgeilheit obsiegt und wer will sich schon eine solche Rendite entgehen lassen – was mit den Menschen ist, ist ja egal. Diese Mentalität zeigt sich immer stärker in Berlin und auf dem Wohnungsmarkt ist halt richtig viel Geld zu machen derzeit…

Bis die Mietpreisbremse kommt dauert es noch bis zum Sommer, obgleich eh fraglich ist, ob diese wirklich was bringt und wo sie überhaupt eingesetzt wird. Da erscheint mir das Mittel des Milieu-Schutzes viel besser und kann sofort gemacht werden: Ich fordere mehr Milieu-Schutzgebiete in Friedrichshain!

2 Responses to Predac & Lebensrisiko deren Wohnungen

  1. Anke 19. Mai 2015 at 14:05 #

    Ich kann euer Genörgel gar nicht verstehen. Alles ist immer zu teuer und Menschen, die Geld verdienen und nicht verteilen sind böse Kapitalisten. Ich wohne seit 15 Jahren in Berlin (die Großstadt mit den billigsten Mieten der Welt !!!) und habe schon viele Hausverwaltungen erlebt.

    Und kann nur sagen: ich finde die Predac als Hausverwaltung super !

    Bei der Predac erreicht man telefonisch und persönlich jemand, die Leute da sind immer freundlich und Reparaturen wurden auch immer sofort gemacht.

    Eine Mietminderung dient ja dem Zweck, dass der Eigentümer einen Misstand abstellt und nicht, dass einer von den vielen Viel-Feierer-aber-wenig-Geldverdiener wieder ein paar Kröten spart.

    …außerdem ist anonymes Lästern im Internet wirklich ganz unterste Schublade….

  2. tomato 12. April 2015 at 14:54 #

    Ich hab auch das Gefühl dass die predac ne andere Firmenpolitik verfolgt. Mieter sind für die [Anm.d.Red.: gelöscht auf Anfrage der Predac wegen Beleidigung]. ..

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