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SEZ Artikel & das SEZ

Offensichtlich ist das SEZ auf meinen Artikel aufmerksam geworden und ich bekam eine Nachricht von Charles Löhnitz, dem Sohn des Eigentümers.

SEZ Friedrichshain Landsberger Allee

Wenn Du Dich wunderst, dass der Artikel über das SEZ kurz offline gegangen ist und geändert wurde, dann hier die Erklärung. Bei den Eigentümern hat man wohl ein Problem mit meinem Artikel und betont mögliche strafrechtliche Folgen. Diese Mitteilung vom SEZ möchte ich Dir nicht vorenthalten:

ich bin auf Ihren kürzlich erschienenen Beitrag zum SEZ Berlin aufmerksam geworden.

http://friedrichshainblog.de/sez-soll-abgerissen-werden/

In diesem Beitrag stellen Sie diverse unwahre Tatsachenbehauptungen auf, die dazu geeignet sind, den Eigentümer, Rainer Löhnitz, in seinen Persönlichkeitsrechten zu verletzen. Ferner haben Ihre Behauptungen gem. dem Tatbestand der üble Nachrede iSd. § 186 StGB eine strafrechtliche Relevanz.

Um einer juristischen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen, möchte ich Sie bitte mir umgehend ihre Emailadresse mitzuteilen und den Artikel bis zu Richtigstellung/ Korrektur offline zu schalten.

Mit den besten Grüßen

Freundlich, aber bestimmt. Ich muss zugeben, es war die freundlichste „Drohung“ mit dem Anwalt, die jemals erlebt habe und es gab schon einige – aus Ecken, die ich nicht erwartet hätte.

Den Artikel des SEZ musste ich verändern, aber ich will Dir natürlich die Mail-Konversation nicht vorenthalten. Schon aus Gründen der Richtigstellung, bzw der Meinungsbildung für Dich. Was die Investitionen angeht, die unten erwähnt werden, frage ich mich schon wo. Ich hoffe, das darf noch erlaubt sein. Das letzte Mal als ich da war, sah es schon sehr heruntergekommen aus. Also hier die Mail bezüglich der Richtigstellung:

Vorab zur Information: Herr Rainer Löhnitz hat nie gegen irgend welche Pflichten aus dem Kaufvertrag verstoßen. Dies hat der Verkäufer, das Land Berlin, vertreten durch Finanzsenat und Liegenschaftsfond mehrfach bestätigt.
Folgende Aussagen entsprechen nicht der Wahrheit und sind zu korrigieren:
– Die Bedingung war, dass die Schwimmhalle erhalten bleibt und wieder aufgemacht wird-
Das ist falsch. Es besteht weder eine Verpflichtung zum Erhalt noch zur Wiedereröffnung des alten Schwimmbades. 
Ferner gibt es keine Verpflichtung ein Schwimmbad, Hallenbad etc. zu betreiben.
– Es gab nie Anträge für ein Hallenbad oder Baumaßnahmen –
Das ist falsch. Es hat im SEZ umfangreiche Baumaßnahmen mit erheblichen Investitionen gegeben. Einen Bauantrag für die bestehenden Wasserflächen bedarf es schon aus Gründen des Bestandsschutzes nicht.
Sie stellen den Investor in Ihrem Beitrag dar, als hätte er all die Jahre nichts gemacht und erfreue sich jetzt seinen Möglichkeiten. Das stimmt nicht. 
Im SEZ gibt es derzeit ein umfangreiches Sport- und Erholungsangebot zu sehr bezahlbaren Preisen.
 Badminton, Tischtennis, Fussball,  Basketball, Fitness, Sauna, Bowling, etc. 
Ziel war es das Objekt zu erhalten und langfristig zu betreiben. Aufgrund der gestiegenen Kosten und nötigen Renovierungsmaßnahmen musste ein erweitertes Nutzungskonzept geschaffen werden. 
Hierzu wurde dem Bezirk diverse Vorschläge gemacht. Diese wurden allesamt abgelehnt, auch mit dem Hinweis, dass an diesem Standort doch besser etwas neues entstehen sollte. So bleibt in der Konsequenz nur die Möglichkeit des Abrisses und eines Neubauprojekts. 
Das Thema SEZ wird gerne emotionalisiert. Im seltensten Fall erfolgt eine objektive Betrachtung.
Dies ist sehr bedauerlich.
Bzgl. Ihrer exorbitanten Schätzung des Grundstückswerts empfehle ich Ihnen ein Blick in die Boden-Richtwertkarte um den Wert dann vielleicht um ein paar 100.000.000,-€ zu verringern.  

 Ich fragte nach der Änderung bei dem Kontakt nach, ob man mehrere Medien mit solchen Mails bedacht hätte, respektive gedroht wurde:

Bitte lesen Sie meine ursprüngliche Email erneut. Ich habe dort betont, dass die Verbreitung von falschen Tatsachen den Tatbestand der üblen Nachrede erfüllen. Ich habe zu keinem Zeitpunkt gedroht sie strafrechtlich zu verfolgen.
Ich habe sie lediglich aufgefordert sich mit mir in Verbindung zu setzen um den Beitrag richtig zu stellen. Wenn Sie darauf nicht reagieren, bleibt mir nur der Weg zu den Gerichten. Und das habe ich Ihnen mitgeteilt.
Insofern bitte ich Sie den letzten Satz aus dem Beitrag zu streichen. [wurde geändert]
Bzgl. des Kaufpreis.
Dies war lediglich ein freundlich gemeinter Hinweis, sie können den Wert auch gern auf 500.000.000,- € schätzen. Das ist ganz ihre Sache.
Bzgl. Ihrer Frage:
Bisher wurden derlei Äußerungen in der Tat von uns in der Regel nicht häufig verfolgt. Da es aber zu nehmend das Maß überschreitet, werden wir zukünftig reagieren müssen.
Bitte nehmen Sie den Sachverhalt nicht persönlich und ich unterstelle Ihnen in keiner Form eine böse Absicht.
Sicher können Sie aber nachvollziehen, dass es nicht schön ist ständig mit derartigen unwahren Behauptungen konfrontiert zu werden. 
Wie erwähnt, sehr freundlich, aber bestimmt. Jetzt können sich alle Leute ihr eigenes Urteil zum Artikel, zum Abriss des SEZ und der Konversation bilden.

2 Responses to SEZ Artikel & das SEZ

  1. Enes Scholkaldetten 14. September 2016 at 15:09 #

    Der Wert des Grundstücks beträgt ca. 26 Mio. Euro.
    Hierbei ist von einem Bodenwert von 1.000 Euro auszugehen (interpoliert, vgl. Bodenrichtwertkarte des Gutachterausschusses Berlin, der für den umliegenden Bereich 700 – 2100 Euro ausweist). Der bebaubare Teil beträgt nachj dem „Gutachten“ (besser wäre Schlechtachten) von Bernhard Bischoff 26.000 qm.
    Entsprechend kommt man auf 26 Mio. Euro. Da hat der „Investor“ Löhnitz einen guten Deal zu Lasten der Bürger des Landes gemacht.

    @Charles Löhnitz: Diese fundierte Berechnung erfüllt nicht § 186f. StGB. Ich stelle anheim, sich mit den Daten mal zu befassen.

  2. Sahra 28. November 2014 at 09:33 #

    Er hat Recht, es ist rechtlich keine Drohung. Aber ich kann mir vorstellen, wie sich sowas anfühlt. Und ich finde, dass Dein Originalbeitrag treffend war. Wo wurde denn da investiert? Was die anderen Behauptungen angeht, das hab ich auch in anderen Beiträgen gelesen.

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