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Zukunft der Stadt | Online & Geschäfte

Wir befinden uns im Wissenschaftsjahr 2015 mit dem Thema Zukunftsstadt, also mal der Idee gewidmet…

Wie sieht das Leben in der Stadt in 20 oder mehr Jahren aus? Das Wissenschaftsjahr ist mehrere Subthemen aufgeteilt, wie Naturschutz, Mobilität, Energie oder derlei mehr. Ich habe mir zum Aussehen der Stadt ein paar Gedanken gemacht, ob die sinnvoll sind oder wirklich eintreten, steht auf einem anderen Blatt 😉 Denken wir mal 20 Jahre zurück: kaum Internet, kein Handy und verpixelte Computerspiele. Schnellere Kommunikation von heute, bedeutet auch eine schnellere Entwicklung. In 20 Jahren wird Berlin vor allem voll und online sein.

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Nicht nur in Berlin werden die Wohnungen knapp, in allen Großstädten gibt es Zuzug – weltweit. Im Jahr 2050 sollen 70 Prozent der Menschen auf der ganzen Welt in Städten wohnen. Die Städte müssten sich jetzt schon darauf einrichten und mehr Wohnungen anbieten. Die Städte werden größer, was sich auch auf den Verkehr auswirkt. Aber vielleicht auch nicht. Das Arbeiten von Zuhause wird zunehmen, der klassische Arbeitsplatz in einer Firma wird in zwanzig Jahren vielleicht eher selten anzutreffen sein.

Das wird die technische Veränderung, die digitale Revolution, bewirken. Sowie die bereits jetzt datenschutzfragliche Vernetzung. Die Daten, das Gold der Postmoderne, werden fließen. Von der Kfz-Versicherung bis zur Krankenkasse, alle wollen Daten und in Zukunft wird es passieren. Das Berlin-weite Gratis WLAN-Internet soll ja auch bald 2016 umgesetzt werden.

Auch wenn wir uns zu Recht über den Datenmißbrauch so vieler Institutionen aufregen, so sehen wir uns doch immer gezwungen den Accept-Button zu drücken, sonst kann man das Feature nicht nutzen und vermutlich wird alles vernetzt sein, weswegen man nur das vernetzte System nutzen kann. Bezogen auf den Arbeitsplatz wird man künftig von Zuhause vor allem  arbeiten. Die Industrie von Morgen, die sogenannte Industrie 4.0 ist ebenfalls vernetzt. Die Produktion wird weitgehend automatisiert sein. Die Arbeitslosigkeit wird dadurch steigen. Ein paar Menschen zur Kontrolle werden übrigbleiben, die die nötigen Überwachungsaufgaben von daheim bewerkstelligen. Wenn die Arbeit automatisiert ist, gibt es vielleicht das Bedingungslose Grundeinkommen – wobei jede Person einen bestimmten Betrag überwiesen bekommt und frei zur Verfügung hat; eben bedingungslos.

Vielleicht wird ja auch der Verkehr automatisiert, schon jetzt fahren autonome Züge durch den Untergrund von London. Dann wäre zumindest das mit dem Streik gelöst 😉 Wobei das Privatauto wohl keinen Platz in der Stadt der Zukunft hat und mit der automatisierten Technik sowieso nicht erschwinglich sein wird. Das Car-Sharing wird von daher seinen Siegeszug verstärken.

Was würde das für das urbane Leben bedeuten? Bei einer ungünstigen Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums (wie es ja derzeit auch praktiziert wird) werden die meisten Menschen wohl sehr günstig wohnen müssen, sprich es wird eine Ghettoisierung stattfinden. Ob das im Zentrum der Stadt ist wie in Johannesburg oder ob es die Peripherie trifft, hängt von der Politik ab. Für Berlin würde ich eher auf die Peripherie setzen. Mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) werden viele Vereine gegründet, so denke ich mir das. Innovationen würden sprießen. Was soll man denn sonst mit der ganzen Zeit anfangen? Die Schulbildung könnte um zehn Jahre erhöht werden, das Studium ein Leben lang… Wahrscheinlicher ist aber, dass sich die meisten Menschen dennoch eine Arbeit suchen würden, um mehr zu verdienen. Und vermutlich selbst mit BGE müssen die Menschen arbeiten um nicht zu verarmen. Wie hoch wird wohl die Miete in 20 Jahren sein? Mir schauderts beim Gedanken daran…

Räumlichkeiten werden mit dem verstärkten Zuzug knapp und vielleicht auch kleiner. Das kompakte Wohnen wird wohl eher eintreffen, als großräumige Townhouses. In anderen Großstädten werden selbst Hausboote zu Wohnungen, das kann ich mir für Berlin auch gut vorstellen.

Aber auch die Geschäfte in den Kiezen werden sich ändern. Schon jetzt vermehren sich Gaststätten, weil die Nachfrage ja groß ist. Ich denke, das wird weiter zunehmen. Heute kauft der überwiegende Anteil seine Waren im Geschäft, doch das Internet-Geschäft nimmt immer mehr Marktanteile für sich in Anspruch. Mit vielleicht einer automatisierten Produktion oder 3D Druckern wird man künftig vieles per Knopfdruck kaufen und einfach herunterladen- vielleicht ja sogar alles.

Ob man Lebensmittel dann ausdruckt, ist fraglich. Aber schon heute bieten viele Lebensmittelgeschäfte ihre Waren im Internet an. So wie es früher viele Metzger und Tante Emma Läden gab, die durch Supermärkte ersetzt wurden, spricht viel dafür dass man künftig vor allem online seine Geschäfte tätigt. Schon heute ist es doch so, dass ein Geschäft auch eine Homepage, wenn nicht sogar ein eigenes Online-Shopsystem braucht um zu bestehen. Erst vor ein paar Monaten hat Shopwings eröffnet, auch wenn es von Rocket Internet ist. Dabei haben Shopwings eigentlich kein eigenes Sortiment an Lebensmitteln, sondern bieten die Produkte von Lidl, Aldi, Rewe usw. Während Rewe (soweit ich weiß) auch einen eigenen Lieferdienst für Lebensmitteln am Start hat, kann man in den Onlineshops von Lidl und Aldi hauptsächlich non-food Produkte bestellen. Vielleicht ist die Idee von Shopwings als neuer Trend zu betrachten, der später auch für große Handelsketten wie Lidl oder Aldi in Frage kommen wird.

Die Mietpreise sind für viele Geschäftsführende der Klotz im Budget, aber auch weil die Einnahmen nicht steigen, weil eben viele Online einkaufen. Das Geschäfte-Sterben wird weitergehen und zunehmen… In Friedrichshain setzt man dagegen auf kleine, individuelle und transparente Geschäfte – gerade in der Mode-Ecke rund um die Wühlischstraße. Aber ich denke, die Bequemlichkeit wird sich durchsetzen.

Der Lieferverkehr wird steigen, aber auch das kann automatisiert werden, wie die ganze Logistik. Mode-, Lebensmittel- und andere Geschäfte, ja Malls und Autowerkstätten wird es in der Stadt von Morgen nur noch vereinzelt geben. Viele Berufe werden wegfallen, was auch bedeutet, dass diese keine Geschäftsräume mehr brauchen. Also wieder Platz für Wohnungen. Schon jetzt will man die Wohnräume verdichten, das wird zunehmen – trotz der Bebauung der Parkplätze und Wandlung von einigen Straßen zu Grünflächen, wegen des verringerten Verkehrs. Allerdings denke ich nur wenige Fahrbahnen würden reduziert werden, denn das Fahrrad wird ebenfalls als Verkehrsmittel der Zukunft gehandelt – vor allem mit Blick auf die eBikes. Ebenfalls in der Gegenwart versucht man bereits die Radwege zu verbessern, was meines Erachtens aber nur schleichend und halbherzig durchgeführt wird.

Auch wenn man Geselligkeit ebenfalls im Internet haben kann, so wird meines Erachtens doch das traditionelle Face2Face Gespräch auch in 20 Jahren ein wichtiger Faktor sein. Da man ja auch viel manipulieren kann, wenn man nur mit Telepräsenz miteinander spricht – ist es einfach etwas anderes. Schon beim Telefon dachten viele, es wäre das Ende des „normalen“ Gesprächs, aber dem war nicht so.

Derart werden sich vor allem Freizeittreffs in den Innenstätten etablieren, so meine Prognose.

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