Hotel Pankow und die Unlust auf schlechte Presse

Wieder einmal flattert Post des Hotels Pankow ins Haus. Vertreten durch Frau H. gefällt dem Unternehmen nicht, was ich geschrieben habe.

Den Anfang nimmt diese Geschichte von Abmahnwut im Jahr 2019. Ich bekomme eine Abmahnung mit der Forderung, ein Bild (siehe unten), auf dem das Hotel einen Stern zu viel hat, offline zu nehmen. Nicht nur, dass man mich verklagen will, ich soll die Kosten der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs begleichen. Bei dem Artikel ging es um ein Hotel, das früher in der Warschauer Straße lag und heute nicht mehr existiert.

Bild des Abmahn-Anstoßes
Wegen dieses Bildes flatterte mir eine Klageandrohung vom Hotel Pankow ins Haus.

Ohne jede Vorwarnung, ohne eine aufrichtige Bitte, wurde ich sofort mit einer Klage-Androhung konfrontiert. Dabei sind die meisten Geschäfte dankbar, wenn man über sie berichtet. Aber dessen ungeachtet verstehe ich bis heute den Grund für die Klageandrohung nicht. Der genaue Wortlaut war: “Das Hotel existiert seit Oktober 2018 nicht mehr. Da gibt kein Hotel mehr, wird ein Büro Komplex sein. Wir bitten Ihnen umgehend der Bericht zu löschen, mindestens alle Fotos & Texte wo steht, dass das Hotel 3 Sterne hat. Falls Sie das nicht machen, werden wir gezwungen sein, gegen Sie eine Klage einzurichten und die Kosten von der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs an Ihnen weiter zu leiten.

Ich wurde gezwungen den Artikel zu löschen. Doch – wie auch jetzt – mache ich das nicht still und heimlich. Nein! Der Artikel zu dem Hotel ist verschwunden, das Bild dient nun nur noch der Illustration, worum es bei dem Vorgang ging.

Das Hotel Pankow hat nun eine Firma zur Verbesserung der Reputation beauftragt, mir zu schreiben, ich soll auch den negativen Eintrag löschen, der im Nachgang der Klageandrohung entstand. Ja, der Artikel ist nicht gerade eine Glanzleistung und entstand aus der Frustration, sich eine Klage ausgesetzt zu sehen. Aber hiermit entsteht ja ein neuer Artikel. Jedoch verhärtet sich der Eindruck, dass Kritik zu akzeptieren nicht der präferierte Vorgang des Hotels ist. Außerdem scheint man ja ein professionelles Reputationsmanagment zu brauchen. Ich bin ja scheinbar nicht die einzige Person oder engagieren die eine Agentur nur wegen des Friedrichshainblogs?

Die Reputationsorganisation wünscht also mit Verweis auf Frau H., dass ich den Eintrag entferne. Man habe sogar den Hostinprovider um Weitergabe gebeten. Das erweckt den Eindruck, man habe Möglichkeiten, mich anzugehen. Auch wenn der Brief freundlich bleibt, so wirkt er doch als Vorlauf zu einer Klage.

Ich kann es nicht leiden, wenn solche Unternehmen noch vor einer freundlichen Bitte mit einer Klagedrohung ankommen. Kleiner Tipp an die Verantwortlichen: Eine freundliche (!) Anfrage hätte mehr gebracht, als ein weiteres Schreiben von Anwälten oder anderen Organisationen, die allein dazu dienen, Druck auf kleine Blogs wie diesen auszuüben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.