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Naunynstraßenende wird zum Maria-Maltzan-Platz?

Der Bezirk überlegt die Einführung eines neuen Platzes, der zuvor nur das Ende der Naunynstraße war.

Da man vor allem weibliche, vorbildstiftende Personen mit Straßennamen bedenken will, kommt nun vielleicht der Maria-Maltzan-Platz in Kreuzberg.

Bisher ist das Ende der Naunynstraße (39-53) weniger als Platz bekannt und nur die wenigsten kennen diese Ecke überhaupt, die man wohl Bullenwinkel nennt und die an eine Spielstraße erinnert. Sie grenzt an den Oranienplatz und ein Radweg führt vorbei.

Diese Ecke soll nun einen eigenen Namen erhalten und heiß gehandelt wird dafür die 1997 verstorbene Dr. Maria Gräfin von Maltzan. Sie war Tierärztin, Anwohnerin und vor allem im Widerstand gegen die Faschisten. Die Idee stammt von Wolfgang Müller, einem bekannten Künstler aus Kreuzberg.

Maltzan machte Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts in Kreuzberg ihr Abitur und studierte in Breslau und München. Sie war Mitglied der studentischen SPD der 1930er Jahre. Trotz erfolgreicher Promotion wurde sie wegen der politischen Einstellung nicht zur Professorin berufen. Erst in den 40er Jahren konnte sie als Tierärztin in die Berufswelt einsteigen.

Sie versteckte Personen mit jüdischen Glauben in ihrer Wohnung und half bei der Flucht aus Deutschland. Sie half so etwa 60 Menschenleben vor den faschistischen Lagern zu retten. Auch nach dem Krieg blieb sie Tierärztin, musste aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, was auch zur Armut führte. Auch eine Drogenabhängigkeit war mit Grund für den sozialen Abstieg. Daraus konnte sie sich nach etlichen Jahren wieder befreien.

Im Jahr 1975 eröffnete sie eine neue Praxis und zog 1983 damit nach Kreuzberg, wo sie an der Stelle ihren Standort hatte. Ihre soziale Art half nun den Punks der damaligen Zeit. Sie wurde mit den Verdienstorden von Berlin geehrt und als “Gerechte unter den Völkern” bezeichnet.

Derzeit verweist nur eine Gedenktafel an die Frau von Maltzan und ihre Heldentaten. Das soll sich mit der Platzbenennung ändern und man kann die ungerechtfertigte Namensverteilung der Straßennamen abändern. Denn während nach Männern 34 Prozent der Straßennamen benannt sind, sind nur vier Prozent nach Frauen benannt. Der Großteil ist neutral.

Da es aber kaum neue Straßen im Bezirk geben wird, versucht man über diese Weise neue Straßennamen zu erhalten. Die Entscheidung darüber steht aber noch aus und eine Empfehlung wird der Ausschuss für Frauen, Gleichstellung, Inklusion und Queer, sowie der Ausschuss für Kultur und Bildung geben.

Beschluss BVV

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