Wohnkostenatlas 2016 für Friedrichshain-Kreuzberg

Berlinhyp hat den diesjährigen Wohkostenatlas vorgestellt: Friedrichshain-Kreuzberg ist das teuerste Pflaster der Stadt.

Berlins Bevölkerung nimmt jedes Jahr um ca. 40.000 Personen zu und so auch die Mieten. Noch 2015 stiegen die Mieten in Berlin daher um durchschnittlich 5,1 Prozent.

Der Anstieg der Mietpreise ist zwar geringer als 2014, jedoch nicht wegen der vielbeschworenen Mietpreisbremse, sondern weil das Einkommen der Menschen in der Stadt nicht mehr hergibt. Die höchste Divergenz zwischen Kosten und Kaufkraft befindet sich in der Samariterstraße im Nordkiez von Friedrichshain und in der Gneisenaustraße in Kreuzberg. Aber interessanter Weise steigen die Kaufpreise für Immobilien immer noch. Jedoch gibt es teurere Pflaster als Friedrichshain-Kreuzberg, wie Charlottenburg-Wilmersdorf.

In Berlin liegt die Durchschnittsmiete derzeit bei ungefähr 9 Euro pro Quadratmeter, was im Vergleich zu München mit fast 15 Euro günstig ist. Jedoch ist die Kaufkraft in München um über 30 Prozent höher und die Bautätigkeit ist mehr als doppelt so hoch.

Der Vergleich der Bezirke zeigt, dass Mitte am stärksten wächst und der Bezirk ist, wo am meisten gebaut wird. Für unseren Bezirk sind derzeit 26 Bauprojekte bekannt, davon widmen sich aber nur sechs dem Bau von Mietwohnungen. Drei befinden sich in Friedrichshain und drei in Kreuzberg.

Friedrichshain-Kreuzberg ist und bleibt der Bezirk mit der höchsten Dichte. Auf jeden Quadratkilometer kommen bei uns rund 13.500 Menschen. Und dies dürfte steigen, so die Prognose der Studie, da Bauplätze hier Mangelware sind. Tatsächlich gibt es ja Bestrebungen die Bauwerkshöhe zu ändern, sodass man noch eine Etage auf die Häuser aufsatteln kann.

Die Mietspanne für das mittlere Marktsegment in Friedrichshain-Kreuzberg liege zwischen 7,69 Euro und 15,91 Euro. In Berlin liegt der Durchschnitt zwischen 6,17 und 14 Euro. Damit ist Friedrichshain-Kreuzberg der teuerste Bezirk in Berlin.

Das untere Marktsegment hat im Übrigen in unserem Bezirk im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent und das obere um 3,5 Prozent zugelegt. Die Zahl der freien Wohnung in Berlin hat nachgelassen und die Menschen ziehen weniger oft um.

Für Friedrichshain-Kreuzberg konkret berichtet die Studie, dass vor allem im östlichen Teil des Bezirks die Mieten zunehmen. Konkret sei es der Ostbahnhof und das Ostkreuz, dort gibt es kein unteres Segment mehr. Dies sei auf die wachsende Bekanntheit zurückzuführen. Jedoch seien nicht alle alte DDR-Bauten so beliebt, wie dies manche Investierende glauben. Dies gilt nur für die zwei benannten Gebiete südlich der Karl-Marx-Allee und Boxhagener Straße.  So ist der südliche Teil von Friedrichshain und der nördliche Teil von Kreuzberg das teuerste Pflaster innerhalb des Bezirks. Der Tourismus habe sich nicht negativ auf die Preisentwicklung ausgwirkt.

In einzelnen Bereichen gingen die Mieten sogar zurück, da sich keine Mietenden für den Preis fanden. Vor allem rund um den Görlitzer Park ging es zunächst steil aufwärts und nun etwas zurück. Die Studie führt das auf die “zunehmenden sozialräumlichen Probleme” und die Marktüberhitzung zurück. Ähnlich verhält es sich auch am Mehringdamm. Ob sich das auch auf die Rigaer Straße auswirkt?

Einen besonders luxuriöses Eck in Friedrichshain-Kreuzberg findet sich in Kreuzkölln, entlang des Kanals.

Die gesamte Studie als PDF.

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