Berlin Wahl 2026: Plakate, Aussagen und Personen
Seit ein paar Tagen hängen sie überall: Die Wahlplakate. Einige besonders interessante Exponate der FDP habe ich mir herausgepickt. Außerdem möchte ich den AfD – äh, ich meine CDU-Spitzenkandidaten, Stefan Evers, ins ‚Rechte Licht‘ rücken.
Um die Bedeutung der Wahl darzustellen, möchte ich folgendes Bild senden: Ein Hohepriester mit Stab und Totenkopf in der Hand. Seine Augen sind lodernde Flammen und seine Zunge ist mit dem Wissen der Zukunft ausgestattet. Er spricht mit hallender Stimme zu Dir: „Wähle menschlich!“.

AfD-Wahlkampf und Hasskommentare
Die AfD setzt in diesem Wahlkampf weniger auf Plakate als mehr auf Hasskommentare im Internet – und offenbar mit Vorzug auf Facebook und selbstverständlich auf X. Seit einigen Wochen steigert sich die Zahl der Hasskommentare – und das ist nicht nur mir aufgefallen. Viele beleidigende oder grenzwertige Kommentare kommen sogar ohne Rechtschreibfehler aus, was meines Erachtens auf KI-generierte Inhalte hinweist. Der neueste Hype ist, nur den Zweifel zu kitzeln – ohne Beleidigung und ohne grobschlächtige Sprache. Meines Erachtens ebenfalls Bots. Meiner laienhaften Einschätzung nach teilt es sich wie folgt ein: 50 Prozent Bots, 40 Prozent Trollarmee und 10 Prozent tatsächliche AfDler – und ich lasse die weibliche Version weg, denn mE sind das nur Männer.
FDP: Enteignung und das Eigentum
Die FDP hat dem Eigentum einen Schrein gebaut. ‚Wir schützen Eigentum‘. Heil Dir im Grundbuchstehendes. Man will die Häuslebauer für sich einnehmen und ich bin mir sicher, in so mancher Rede wird die Angst vor der Vergesellschaftung geschürt. Ohne eigene Lösung braucht es eben Hass und dafür biegt man sich die Welt zurecht. So las ich in einem Social-Media-Post dieser Partei: „Eigentum verpflichtet, aber nicht einseitig … Deshalb dürfen Eigentümer nicht alleine gelassen werden.“ Im Grundgesetz steht das nicht, die Vergesellschaftung aber schon.
Auch apart: Von der Miete zum Eigentum. Ich bin sicher, die Frau weiß, was Eigentum derzeit kostet. Ich muss schon für die Rente und die Zähne und die Pflege zurücklegen. Aber kein Ding, jetzt lege ich auch noch Geld fürs Wohneigentum zur Seite. Weil die Einkommen in Berlin so dolle und die Wohnungskosten so günstig sind, hilft das wem?
Also die FDP macht keinen Hehl daraus: Sie machen Politik für die Überreichen, die können sich Parteien ja auch leisten. Und die FDP ist bestimmt gerade ein Schnäppchen. Und wenn der Plan gänzlich fehlt, man einfach rechte Sprüche krakeelt. „Sauberkeit und Recht und Freiheit“. Ohne Worte.
Die Partei des puren Neoliberalismus wirbt natürlich mit: „Wirtschaft gut, alles gut!“ also: „Wirtschaft befiehl, wir folgen bis der Klimawandel uns alle …“
CDU: Schlägt man der Hydra einen Kopf ab, wachsen ihr EVERS als Neue nach
Werfen wir einen Blick auf den Spitzenkandidaten: Stefan Evers. Es ist zwar überall nachzulesen, aber wer macht so was heute noch? Deshalb habe ich es für Euch mal kurz zusammengefasst:
Er ist der Eskalationsbeauftragte der CDU. Als die Rigaer Straßen-Situation eskalierte, sprach Evers von „widerwärtigem Gesindel“. An was erinnert das? Mal so ca. 100 Jahre zurückgedacht.
Er rührt gerne in der braunen Suppe. Er nannte die Hausbesetzer „Linksfaschisten“. Ein Kampfquaken aus dem braunen Sumpf. Aber wenn man so weit rechts steht, ist der Blick zur Wand näher als zur Natur der Sache.
Er ist auch der Hetzbeauftragte. Er nannte die linke Wohnungspolitik „linke Baubrigade“. Letztere gab es zwar auch in der DDR, aber da er aus seiner Sicht das Wort ‘links’ hinzufügte, bezog er sich wohl auf die SS-Baubrigaden. Das waren KZ-Häftlinge, die im Zweiten Weltkrieg die Trümmer wegräumten. Und das ist so menschenverachtend, ich weiß gar nicht, warum das nicht mehr Empörung hervorruft.
Last, aber gewiss nicht least: Stefan Evers forderte das „Ausräuchern“ der Besetzer der Rigaer Straße. Da fragt man sich: Der könnte doch auch bei der AfD sein, oder? Gleich und gleich …



Ich fand den Schlendrian am besten. Das ist Evers selbst, er ist doch in der Regierung! 😂