Räumung der Liebig 34

Es kam auf allen Sendern, überall war es eine Nachricht wert – die Liebig 34 wurde geräumt.

Alle erwarteten ein Aufgebot an Gewalt, weil man einigen Leuten ihre Heimat zerstört hatte. Es fielen so gern benutzt Begriffe, wie “Rechtsfreie Räume”, die sogar der Innensenator Geisel benutzte. Doch was hat man tatsächlich erreicht?

Liebig 34 Berlin Friedrichshain
Liebig 34 Berlin Friedrichshain

1.500 Polizeikräfte unterstützten einen reichen Bauinvestor dabei, noch mehr Geld zu scheffeln. Wie immer im Kapitalismus muss jemand dafür unterdrückt werden und das Ziel bietet sich ja geradezu dafür an. Sie schafften es, dem Kapital zu entgehen. Doch das nennt man nun “rechtsfreie Räume”.

Egal, dass Nazis immer noch – von Staatsanwaltschaft und Polizei gedeckt – durch Neukölln springen und Autos abfackeln und Menschen bedrohen. Sie träumen von einer menschenverachtenden Zukunft, aber die Leute in der Liebigstraße träumten von Solidarität und Freiheit.

Doch die Liebig34 ist jetzt geräumt. Berlin ist jetzt etwas ärmer. Das, was Berlin seit den 90er Jahren ausgezeichnet hat, war ein Stück Freiheit, das es sonst nirgends in der Republik gab. Man muss sagen “gab”, denn diese Zeiten sind vorbei. Das Kapital hat auch die letzten Bastionen der Freiheit zerstört, damit Partikularinteressen besser zur Geltung kommen. Konkret, dass ein Reicher noch reicher wird.

Wie stolz ist Berlin jetzt, da sie einigen Leuten ihr Zuhause entrissen haben? Wie stolz ist Berlin jetzt, da man die Subkultur der Stadt mit viel Kapital den Gar ausgemacht hat. Wie stolz ist Berlin jetzt, da man die vertrieben hat, die Berlin den besonderen Ruf verliehen haben. Auf die kleinen Hauen, das hat das Kapital schon immer gerne und erfolgreich gemacht.

Wir haben einen Raum zerstört, der keineswegs rechtsfrei war. Doch dem kapitalistischen Begierde gefällt das ungenutzte Kapital in Händen von Leuten, die das gar nicht nutzen, nicht und bedient sich des Staates, um zu zerstören, gewaltsam zu nehmen, was das Kapital begehrt.

Wie stolz ist Berlin jetzt ohne die Liebig 34?

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