CDU will Gedenktafel für Lorenz

Die CDU plädiert für eine weitere Gedenktafel für den von der Bewegung 2. Juni entführten Peter Lorenz.

Die CDU fordert eine Gedenktafel für Peter Lorenz, ein früherer Parteikollege, der in den 70er Jahren von der Bewegung 2. Juni entführt und einem Keller in Kreuzberg gefangen gehalten wurde.

Verhuelltes Strassenschild

Das Leben des Peter Lorenz war zweifelsohne hart. Er war Soldat in Stalingrad und wurde von der Bewegung 2. Juni entführt. Abgesehen davon war er Journalist und Rechtsanwalt. Seit 1945 war er Mitglied der CDU, er war Vorsitzer der Jungen Union und zweiter Vorsitzender der CDU Berlins. Ab 1971 war er der CDU-Mann für das Amt des Bürgermeisters, verlor aber deutlich. Später war er auch der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin. Unter Kohl kam er in den Bundestag.

Drei Tage vor der Wahl wurde er von der Bewegung 2. Juni entführt und im Keller des Hauses Schenkendorfstraße 7 festgehalten. Er sollte gegen Gefangene der RAF ausgetauscht werden. Dass die Wahl auf ihn fiel, wurde mit den Argumenten unterstrichen, dass er für die Akkordarbeit und die Bespitzelung am Arbeitsplatz war.

Der Coup gelang, da Kohl (CDU) und Strauß (CSU) Druck auf den Bundeskanzler Schmidt ausübten, der nicht mit der Bewegung verhandeln wollte. Derart wurden Gefangene der RAF freigelassen. Auch Lorenz wurde am 4. März 1975 – nach drei Tagen – wieder freigelassen. Er starb 1987 in Berlin.

Derzeit gibt es bereits zwei Gedenkstätten, die an den Politiker erinnern. An dem Ort, wo er entführt wurde, ist eine Stele etabliert worden und es gibt eine Gedenktafel für Lorenz in Charlottenburg. Angesichts dessen, stellt sich die Frage, ist eine dritte Gedenktafel wirklich nötig?

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