Mietendeckel und die Immobilienbranche

Der Mietendeckel ist inzwischen beschlossene Sache und die Immobilienlobby macht nun Druck, um die Umsetzung zu verhindern.

Es ist schon erstaunlich, was eine Lobbyarbeit ausrichten kann. Die Immobilienlobby jault, wie ein angeschossener Hund. Sie rufen Mord und Gezeter, allein weil sie nicht mehr so unerhört viel verdienen.

Demoschild 14 Mietenwahnsinn Demo April 2019

Dabei zeigt der Mietendeckel, der noch nicht mal verabschiedet worden ist, Wirkung. So sind die Mieten von Juli bis September bereits um 1,4 Prozent gesunken. Doch die konservativen Medien haben bereits den Lobbyruf vernommen und erhöhen den Druck. Es würde die Baubranche treffen, ja Arbeitsplätze würden verloren gehen und das Handwerk würde leiden.

Das Handwerk hatte in den letzten Jahren volle Auftragsbücher und oftmals mussten Aufträge abgelehnt werden. Die Termine rückten immer weiter nach hinten, wenn man überhaupt noch einen bekam. Das lag wohl auch daran, dass die Baubranche alles an sich gebunden hat. Jetzt könnte die Lage etwas entspannter werden.

Die Investoren würden sich aus Berlin zurückziehen, so ein weiteres Argument. Das war ja auch das Ziel, dass die Heuschrecken abgeschreckt werden. Denn die Mieten sind auch deshalb so stark gestiegen, weil die Wohnungen zu Spekulationsobjekten wurden. Sprich: Die Investoren haben die Mieten angeheizt. Dass sie nun fernbleiben, kann ja nur im Sinn der meisten Menschen sein. Denn die große Mehrheit in Berlin wohnt ja schließlich zur Miete.

Der Neubau würde ausbleiben, so ein weiteres Argument der Lobbyisten. Tatsächlich sind einige Projekte auf Eis gelegt worden. Das hat m.E. aber weniger wirtschaftliche als mehr politische Gründe. Sie wollen den Mietendeckel mit solchen Aktionen behindern. Prompt reagieren die vor allem konservativen Medien und sehen dies als Beleg, dass der Mietendeckel das pure Böse sei. Es würde sogar dazu führen, dass die Mieten steigen werden, weil weniger neu gebaut wird.

Doch der Neubau ist für viele gar nicht finanzierbar und es geht ja auch darum, die Vertreibung der Menschen zu verhindern. Wobei das für viele bereits zu spät ist.

Dass die Immobilienbranche sich das überhaupt leisten kann, solche Projekte stillzulegen, zeugt doch davon, dass diese Branche in den letzten Jahren so unglaublich viel verdient hat. Die börsennotierten Unternehmen Vonovia und Deutsche Wohnen verzeichnen Rekordgewinne. Ein Zitat aus der Süddeutschen zur Vonovia:

in den ersten neun Monaten dieses Jahres hat Vonovia gut 1,5 Milliarden Euro eingenommen, knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.”

Das ist der Grund, warum diese Firmen Bauprojekte auf Eis legen können, so meine Meinung. Also lasst Euch nicht verwirren, wir müssen daran festhalten, dass der Mietendeckel kommt und dann müssen wir diese Heuschrecken enteignen. Dabei ist es traurig anzusehen, dass der SPD-geführte Senat will die Menschen nur hinhalten. Das ist der Grund für den Niedergang der SPD – sie machen zu oft Politik gegen die Menschen, die sie wählen sollen.

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