Silvester: Böller & Luftverschmutzung

Die Luftverschmutzung in Friedrichshain war an Silvester so schlimm wie sonst nirgends in Deutschland.

Jedes Jahr dasselbe Drama: Es knallt, die Raketen gehen hoch, die Einsatzkräfte werden beschossen und der Dreck bleibt liegen. Seit drei Jahren bleibt die ausgegebene Summe für Böller und Feuerwerk konstant hoch – auf Rekordhoch. Viel mehr geht offensichtlich nicht. Bundesweit sind es 137 Millionen Euro.

Silvester Nebel Strausberger Platz

Man beobachtet Menschen, die ihr Feuerwerk anzünden und gleich zurück zum Haufen laufen, und sich neues holen. Sie arbeiten richtig einen Berg ab, ohne einmal hochzuschauen oder sich am Geknalle zu “erfreuen”, wenn das überhaupt möglich ist. Denn die Luft wird mit jedem Böller schlechter.

In Friedrichshain stinkt es dann über Stunden hinweg. Die Feinstaubbelastung steigt drastisch an und Friedrichshain konnte einen traurigen Rekord vermelden: Nirgends war die Feinstaubbelastung so hoch wie in unserem Bezirk. Um 1 Uhr morgens wurden 853 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen.

Die Luftmessstation an der Frankfurter Allee gab den Wert aus. Der Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm Feinstaub für den Kubikmeter Luft, der wurde in der Silvesternacht um den Faktor 17 überschritten. Bei diesen Luftwerten dann noch zur Partylocation laufen oder radeln, geht schwer auf die Lunge. Selbst im Volkspark Friedrichshain fällt das Atmen dann schwer.

Nach Silvester gab es eine kurze Diskussion, ob man die Böllerei nicht einschränken sollte. Doch das Thema verpuffte schnell wieder. Dabei ist das nötig, denn es macht keinen Spaß mehr. Außerdem nutzen viele Deppen die Böller, um andere Leute zu beschießen. Ich wurde sogar mal mit einer Rakete beschossen, als ich den Prenzlauer Berg mit dem Fahrrad hochgefahren bin.

Wer die aktuellen Luftmessdaten einsehen will, kann sich hier informieren. Die Info kam vom RBB.